Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung

Sind die Symptome bei einer gutartigen Prostatavergrößerung sehr ausgeprägt, kann der Arzt zu einer Operation raten. Außerdem ist eine Operation angezeigt, wenn bestimmte Probleme auftreten. Dazu gehören häufige Infekte der Harnwege, eine Verschlechterung der Nierenfunktion, das Auftreten von Blut im Urin oder die Bildung von Blasensteinen.

Für die Operation stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung. Die häufigste Methode ist die transurethrale Resektion der Prostata (TURP). Dabei führt der Arzt ein Instrument durch die Harnröhre bis zur vergrößerten Prostata. Über eine eingebaute Optik kann er den Teil der Drüse ausfindig machen, der die Harnröhre einengt. Dieses Prostatagewebe wird mit Hilfe einer elektrischen Schlinge abgetragen und über die Harnröhre entfernt. Der Arzt schneidet bei diesem Verfahren also nicht mit dem Skalpell, sondern mit elektrischem Strom.

Als Alternativen zur TURP haben sich in den letzten Jahren vor allem Laserverfahren etabliert. Auch gibt es die Möglichkeit einer offen chirurgischen Operation, die bei größerem Prostatavolumen beziehungsweise bei Begleiterkrankungen wie Blasendivertikeln, Blasensteinen oder Leistenbruch angewendet wird. Alle diese Eingriffe erfolgen im Rahmen eines stationären Krankenhausaufenthalts.

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei Prostataoperationen zu Komplikationen kommen. Wie häufig und welche Komplikationen nach einem solchen Eingriff auftreten, hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im QSR-Verfahrens anhand ausgewählter Qualitätsindikatoren untersucht. Dabei werden Komplikationen der Operation bis zu einem Jahr nach dem Eingriff abgebildet. Die Qualität der Harnblasenentleerung nach der Operation sowie die sehr selten auftretende Inkontinenz oder Impotenz können jedoch mit den verfügbaren Daten nicht ausgewertet werden.

  • Gesamtbewertung (Lebensbäume)
    Die einzelnen Indikatoren werden zu einer Gesamtbewertung zusammengefasst. Je nach der ermittelten Gesamtqualität der Behandlung kann ein Krankenhaus einen, zwei oder drei Lebensbäume erhalten.

  • Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff
    Es ist höchst selten, dass Patienten an den Folgen des Eingriffs versterben. In seltenen Einzelfällen können Komplikationen jedoch zum Tod führen.
     
  • Bluttransfusion innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff
    Die Prostata ist stark durchblutet. Blutungen durch die Verletzung von Gefäßen während des Eingriffs werden gleich gestoppt. Große Blutverluste und eine damit verbundene Bluttransfusion sollten vermieden werden.
     
  • Operation bei Nachblutung innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff
    Treten nach der Prostataoperation Nachblutungen auf, kann ein erneuter Eingriff notwendig werden. Zu diesen Eingriffen zählen die operative Behandlung einer Harnblasentamponade (Entfernung von Blutklümpchen aus der Harnblase) oder eine Spülung der Harnblase.
     
  • Ungeplante Folge-OP bis zu 365 Tage nach dem Eingriff
    In seltenen Fällen werden nach einer Operation erneute Eingriffe an Prostata, Harnröhre oder Harnleiter erforderlich. Darunter fallen zum Beispiel die erneute Entfernung von Prostatagewebe wegen einer fortbestehenden Symptomatik, aber auch Eingriffe an der Harnröhre.
     
  • Sonstige Komplikationen innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff
    Als sonstige Komplikation gelten Ereignisse, die sich nicht direkt auf das Operationsgebiet beziehen, wie zum Beispiel eine Sepsis, ein Schock oder ein akutes Nierenversagen im engen zeitlichen Zusammenhang mit der Operation.

Patienteninformation Operation bei gutartiger Prostatavergrößerung

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